Wohin mit dem gebrauchten Taschentuch, wenn weder Bluse noch Hose eine Tasche haben? Ärmelaufschlag, BH ...? Meistens stopft man es hinter einen Stapel Papier oder unter ein Kissen - und vergisst es.
Das ist vorbei. Ab jetzt haben Taschentücher ein hübsches, mobiles Zuhause. Die kleinen Säckchen könnt Ihr Euch passend zur Einrichtung nähen und mit Euch herumtragen, aber, wenn Ihr wollt, könnt Ihr auch für jeden Raum eines machen.

Das Material:
für den gestreiften Beutel:
- Stoffreste 21 mal 32 cm plus 7,5 mal 7,5 cm,
- Band 42 cm lang, 1,5 cm breit,
- Filzreste;
für den einfarbigen Beutel:
- fester Stoff 16,5 mal 32 cm plus 7,5 mal 7,5 cm,
- Organza 12 mal 40 cm,
- Organza 56 mal 6 cm für das Band;
- jeweils passende Nähseide.

So wird's gemacht:
Zuerst die Grundform (gestreiftes Säckchen):
Von Rechteck und Kreis jeweils die Kanten versäubern, z.B. mit der Overlock. Dann den Umschlag des Rechtecks umbügeln und wieder öffnen.
Die Seitenkanten rechts auf rechts legen und die Naht schließen. Aus dem Rechteck wird ein Zylinder. Die Nahtzugaben auseinanderbügeln.
Den oberen Rand wieder einschlagen und offen knappkantig feststeppen. Ein weiteres Mal im Abstand von 10 bis 12 mm (je nach Stoff) durchsteppen, das ergibt den Tunnel.

Um später das Band einziehen zu können, muss die äußere Seitennaht zwischen den beiden Steppnähten aufgetrennt werden. Das bedeutet allerdings, dass die Schleife direkt über der Naht sitzt, was nicht jeder mag. Ich habe diese Methode gewählt, weil sie schnell und einfach ist. Die Alternative wäre, vorher in der Mitte des Stoffstücks in Höhe des späteren Tunnels ein Knopfloch zu nähen.
Den unteren Rand des Korpus einkräuseln, rechts auf rechts am Boden feststecken und feststeppen. Es hilft, vor dem Einkräuseln die Strecke in 4 gleichen Teilen, den Kreis ebenfalls in Vierteln, zu markieren. Wenn man dann Markierung auf Markierung passt, lässt sich die Weite leichter gleichmäßig verteilen.


Mit einer Sicherheitsnadel das Band einziehen. Schließlich von Hand einen ca. 1 cm breiten Filzstreifen um die Band-Enden nähen und 8 kleine Filzquadrate rundherum verteilen.
Das war's schon!
Nun zur zweigeteilten Variante:
Die kurzen Kanten des Organzastreifens aufeinanderlegen und zusammennähen. Die Nahtzugaben auseinanderbügeln. Den Ring in der Höhe links auf links halbieren, sodass die Nahtzugaben innen liegen. Die Faltkante wird später die Oberkante des Säckchens. Die (unteren) offenen Kanten zusammen mit der Overlock versäubern. Über den ganzen Umfang einkräuseln.

Das Rechteck aus dem festeren Stoff ebenfalls an den kurzen Kanten zusammennähen und wie gehabt die Naht auseinanderbügeln. Nun den eingekräuselten Organza-Ring auf die rechte Seite des Korpus stecken und beide Teile zusammennähen.
Schließlich wird der Korpus ca 1,5 cm nach innen umgeschlagen und durch alle Lagen knappkantig festgesteppt. So ergibt sich der Tunnel, der wie oben eine Öffnung erhalten muss.

Die Verarbeitung des Bodens unterscheidet sich nicht von der Grundversion.


Das Organza-Band längs falten und rundherum verstürzen. Das Loch zum Wenden, das dann von außen übersteppt wird, lässt man am besten in der Mitte, da es so auf jeden Fall im Tunnel verschwindet. Einziehen, Schleife binden und ...
... fertig!
















